Das Urlaubsmotto

Noch zehn Tage. Dann sind die Sommerferien 2018 für uns vorbei. Ich weiß nicht wie das in anderen Familien läuft, aber bei uns findet fast völlig  unbewusst eine Art Ritual statt. Schon am Ende der Osterferien zählen wir zum ersten Mal die Wochen, die es noch bis zu den Sommerferien dauert. Und dann nochmal um Pfingsten rum. Und wenn sich dann die Abschlußfeste in Kindergarten, Schulen, Firma und diversen Vereinen häufen, sind die lange herbeigesehnten Ferien nicht mehr weit. Das merkt man dann auch an dem ganzen Vor-Ferien-Stress. Denn für sämtliche Feste wird ein Kuchen und/oder Salat erwartet, mindestens ein Familienmitglied muss sich zum Standdienst eintragen und es ist wirklich nur purer Zufall, wenn nicht gleich mehrere dieser Feste auf das selbe Wochenende oder gar den selben Tag fallen. Bei drei Kindern kann man durchaus an seine logistischen Grenzen stoßen…..

Und irgendwann ist der dann da – der letzte Schultag. Inzwischen hat sich in unserem Freundeskreis die wundervolle Tradition entwickelt selbigen mit kindgerechtem Abendessen und nicht unerheblichen Mengen an Alkohol (für die Eltern) zu feiern. Aber spätestens am nächsten Tag geht er auch schon weiter. Der Streß. Aus Vor-Ferien-Streß wird Wasch- und Pack-Streß. Meistens darf ich den alleine genießen, da Charlies Sohn gerne schon an seinem letzten Arbeitstag abends noch losfährt. Und seine Klamotten sind ja schließlich auch schnell gepackt. Da braucht er, laut eigener Aussage, höchstens 5 Minuten.

Im Urlaubsort angelangt setzt dann meistens umgehend die Entspannung ein. Und je nachdem wo man sich befindet oder wie gut, bzw. schlecht ausgestattet der Campingplatz ist, kommt dann auch bald die Langeweile. Ich bin ja davon überzeugt, dass den meisten Mitgliedern meiner Familie einfach bloß die Umstellung vom Vor-Ferien-Streß auf Urlaubsmodus schwerfällt. Sie sind mit der Menge der zur Verfügung stehenden Freizeit einfach kurzfristig überfordert. Das wiederum führt zu unüberlegten Übersprungshandlungen, welche sich nicht selten durch den ganzen Urlaub ziehen. Das Urlaubsmotto. Bisher stand jeder Urlaub unter einem eigenen Motto. Baumarkt. Wir hatten mal das Urlaubsmotto Baumarkt. Es begann mit einer Reparatur des Miet-Wohnmobils. Irgendein supermegawichtiges Teil tief im Inneren des Motorraums ging kaputt und wir mussten eine Werkstatt aufsuchen. Die mehrstündige Wartezeit überbrückten wir mangels Alternativen mit einem Bummel im gegenüberliegenden Baumarkt. Und das war der Auftakt für das Urlaubsmotto 2004. Von da an haben wir sämtliche Baumärkte Kanadas aufgesucht.
2010 hieß das Urlaubsmotto Pops. Eine Eissorte, die aus ca. 20 kleinen Vanilleeiswürfeln in einer Schokoladenhülle besteht. Eigentlich haben wir die am ersten Tag nur gekauft, weil das damals zehn Monate alte Kind 2 die besser essen konnte als die restlichen zur Verfügung stehenden Eissorten der örtlichen Strandbude. Und schwupp: kein Tag mehr ohne Pops.
Auch Waschen war mal ein Urlaubsmotto. Das ist ebenfalls schon einige Jahre her und es war noch nicht soooo üblich, dass es in nahezu jedem Ferienhaus eine Waschmaschine gab. Also war ich ganz beseelt von dem Gedanken mit komplett frisch gewaschener Wäsche nach Hause zu fahren. Das Ganze gipfelte darin, dass ich am Abreisetag bereits in aller Herrgottsfrühe schon die Betten abgezogen habe um selbst die Bettwäsche in schrankfertigem Zustand zurück zu transportieren.

Das diesjährige Motto war Decathlon. Eine französische Ladenkette für Sportartikel, in der wir eigentlich nur Neoprenanzüge kaufen wollten, weil ich es Zuhause nicht mehr geschafft hatte welche zu besorgen (Wie auch? Ich war ja mit Vor-Ferien-Streß und Pack-Streß beschäftigt). Und da rechnest du schon mit lautstarkem Protest der Kinder, weil wir erst noch ein Sportgeschäft aufsuchen müssen bevor es zum Strand geht. Aber nein – du betrittst den Laden und Zack! Direkt am allerersten Urlaubstag ist das Motto für 2018 gefunden. Denn obwohl wir bereits beim ersten Besuch am ersten Tag alles gefunden und gekauft haben, was wir für einen Urlaub an der niederländischen Nordsee benötigten, war wir noch drei weiter Male dort. Und wir sind JEDES MAL mit vollgepackten Tüten aus dem Laden.

Ich persönlich halte ja beipielsweise Gourmetrestaurants, Kultur oder dergleichen für ein erstrebenswertes Urlaubsmotto. Aber wie man an meinen Beipielen sieht: das Urlaubsmotto ist nicht planbar. Es findet dich. Immer. Überall. Und zwar genau dann, wenn du es am wenigsten erwartest.

Ein Gedanke zu „Das Urlaubsmotto“

  1. Liebe Nina, ich bin sehr gespannt, was es noch alles bei Decathlon zu entdecken gab während eures Urlaubs – die Neoprenshirts jedenfalls waren super. Wir werden es wohl erfahren, wenn die Kids uns zum Nach-Sommerferien-Wochenende besuchen in 2 Wochen.

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