Besinnlichkeit, die

Von dem Wort Besinnlichkeit (oder besinnlich) wird man ja praktisch ab Ende November verfolgt. Im Duden steht dazu:

Be­sinn­lich­keit, die

Wortart: Substantiv, feminin
Worttrennung: Be|sinn|lich|keit
Ein Widerspruch in sich. Irgendwie. Denn allerspätestens ab dem 30. November, dem Tag, an dem die Adventskalender fertig bestückt sein müssen, spürt man bei uns Zuhause keine Besinnlichkeit mehr. Nicht, dass es hier den Rest des Jahres wahnsinnig besinnlich wäre – aber ab dem 30.11. halt einfach gar nicht mehr. Null Komma Null. Auch nicht beschaulich oder gemütlich (siehe Synonyme), sondern einfach nur noch stressig, nervig, anstrengend und ermüdend. Ich habe oft das Gefühl man müsste sich Weihnachten und das Jahresende regelrecht verdienen, in dem man die letzten 8 Wochen besonders intensiv gefordert wird.
Von Verwandten zum Beispiel, die – als hätten sie sich abgesprochen – alle an aufeinanderfolgenden Tagen anrufen oder schreiben und wissen wollen, was sich die Kinder zu Weihnachten wünschen. Dabei muss man höllisch aufpassen nicht einem Verwandten alle guten Geschenkaufträge zu geben. Ein Buch, einen Schal oder einen Notenständer will keiner schenken. Selbst ein Gesellschaftsspiel ist manchmal schon grenzwertig. Das muss dann schon mit dem Spiel des Jahres-Preis ausgezeichnet sein, denn alle wollen DER SCHENKER mit dem liebsten Weihnachtsgeschenk werden. Wenn es nach unseren Verwandten ginge, hätten unsere Kinder etwa die vierfache Menge an Spielzeug und Charlies Sohn und ich müssten im Wohnzimmer schlafen, weil das Schlafzimmer aussehen würde wie die Spielzeugabteilung von Karstadt oder so.
Ein weiterer äußerst nerviger Faktor ist die Schule. Zunächst veranstalten die weiterführenden Schulen im November noch den Tag der offenen Tür, den alle Eltern mit Viertklässern natürlich besuchen müssen, um herauszufinden auf welcher Schule ihr Sprößling höchstwahrscheinlich das beste Abitur macht und an welcher Schule er gleich ALG II beantragen kann. Diese Entscheidung nimmt unglaublich viel Energie in Anspruch was daran liegt, dass man sich im November zwar alle Schulen anschauen kann, aber die Anmeldung erst im Januar möglich ist. Die Weihnachtszeit für Viertklässereltern ist also besonders besinnlich. Nicht.
Aber selbst wenn man, wie ich, diese Entscheidung nicht treffen muss, nimmt Schule ungemein viel Raum ein. In der besinnlichen, ausgeglichenen Zeit. Nämlich in Form von Anwesenheit beim Tag der offenen Tür (um die Viertklässereltern in ihrer Entscheidung zu unterstützen) und – wie könnte es anders sein – Klassenarbeiten. Da hat sich während der letzten 20 Jahre nichts geändert. In jedem Fach werden Arbeiten, Tests oder Referate geschrieben was zur Folge hat, dass man an jedem verdammten Adventswochenende mit Lernen beschäftigt ist. Womit wir beim nächsten Punkt wären: die Adventswochenenden.
Wenn man, wie wir, nicht unmittelbarer Nähe seiner Eltern/Paten der Kinder/eigenen Patenkindern/sonstiger Verwandten lebt und zudem über Weihnachten in Skiurlaub fährt, muss man sorgfältig planen welche Angehörigen man an welchem Adventswochenende trifft.
Uns stehen dieses Jahr 3 Wochendenenden zur Verfügung. Und selbst wenn wir jeweils den Samstag und Sonntag für irgendwen reservieren, schaffen wir es nicht alle zu sehen. Und dann sind da noch die Weihnachtsmärkte. Die schönen, schnuckeligen Weihnachtsmärkte mit dem leckeren Glühwein finden logischerweise an den Adventswochenenden statt. Ergo müssen diese ebenfalls bei der Planung berücksichtigt werden. Genauso wie der Kindergarten, der selbstverständlich eine Adventsfeier inklusive Aufführung der Kinder plant und wofür Plätzchen gebacken werden müssen. Weil der Kindergarten außerdem einen Stand auf dem Stadtteil-Weihnachtsmarkt betreibt, wird Hilfe beim Standdienst benötigt. Ebenso wie die Vorbereitung für selbigen, welche bereits im Oktober begonnen hat. Spürt man was von der Besinnlichkeit? Von der Gemütlichkeit? Kann man den Plätzchenduft genießen, der durch unser Haus zieht? Nein! Selbst Weihnachtslieder kann ich schon nicht mehr hören, weil man sogar bei Aldi, wo man so weihnachtliche Dinge wie Joghurt oder TK-Laugenbrezeln kaufen will, damit beschallt wird. Feliz Navidad!
Und dann sind da noch die Kinder. Die Weihnachtswünsche, die ich sorgfältig und wohl überlegt an alle Schenker verteilt habe, werden mehr oder weniger täglich geändert und nicht selten dann auch nochmal zurück geändert. Erschwerend hinzu kommt, dass Kind2 unmittelbar vor Weihnachten Geburtstag hat. Da hab ich gleich doppelt Spaß.
Ach Mist! Die Weihnachtsfeiern im Büro von Charlies Sohn und dem Turnverein, das Weihnachtskonzert, den Termin bei der Kosmetikerin damit man mir am 24.12. die Besinnlichkeit ansieht, das Weihnachtsessen mit Freundinnen, das Schreiben von Weihnachtskarten, die Besorgung der Wichtelgeschenke für die Klassenkameraden der Kinder, die Besorgung des Geburtstagsgeschenks für die Freundin von Kind3, überhaupt die Besorgung sämtlicher Geschenke für Menschen, die wir beschenken inklusive dem Verpacken und dem Versand der Pakete, das Anstehen bei der Post um die Pakete zu versenden, nochmal Anstehen, weil ich vergessen habe die Weihnachtskarten mitzunehmen, die Absprachen mit den Schwiegereltern von Charlies Sohn was wir an Weihnachten und Silverster kochen und ob wir dafür noch einkaufen müssen, den Aufbau der Weihnachtsdeko und die Inspektion vom Auto habe ich jetzt vor lauter ausgeglichener Gemächlichkeit (siehe Synonym) ganz vergessen zu erwähnen.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest und bis dahin eine besinnliche Zeit!

Die unangenehme Wahrheit

Das größte Dilemma zwischenmenschlicher Beziehungen ist ja unangenehmen Wahrheiten aus dem Weg zu gehen. Sie einfach nicht anzusprechen und immer weiter so zu tun, als wäre alles in Butter.

Das fängt schon an, wenn jemand etwas zwischen den Zähnen hängen hat oder der Hosenstall offen steht. Jeder denkt, es stünde ihm nicht zu etwas zu sagen. Aber die Erkenntnis abends vorm Spiegel festzustellen, dass man den ganzen Tag mit dem Mohn vom Frühstücksbrötchen zwischen den Zähnen rumgelaufen ist, ist niederschmetternd. Besonders dann, wenn du just an diesem Tag ein Elterngespräch in der Schule geführt hast und das Gefühl hattest, die Lehrerin sei nicht ganz bei der Sache. Na, wie denn auch? Sie musste ja die ganze Zeit auf das Mohnkörnchen starren…

Schluss machen ist auch so ne Sache. Wie verpackt man nett und freundlich, dass man mit ihm (oder ihr) nicht mehr zusammen sein möchte. „Du bist total super, witzig und liebenswert aber…..“ klingt einfach nicht logisch. Da muss man schon die Keule auspacken und sagen:“Ich will nicht mit dir zusammen sein, weil….“. Aber das ist eben nicht höflich, vorsichtig oder dimplomatisch. Nein, das ist für einen immer doof. Und der fühlt sich dann Scheiße. Andererseites kann ich mir nicht vorstellen, dass sich irgendwer darüber freut, dass er jahrelang – womöglich sein Leben lang – belogen wurde, nur weil keiner in der Lage war die unangnehme Wahrheit auszusprechen.

Es gibt unendlich viele unangenehme Wahrheiten, die man gerne ausblendet. Ich hatte beispielsweise mal eine Kollegin, die nur selten Deo benutzt hat. Niemand hat je etwas zu ihr gesagt. Wir haben alle stillschweigend und durch den Mund atmend nur das Allernötigste mit ihr gesprochen. Rückblickend betrachtet finde ich das total falsch. Sie hat sicher immer gedacht, niemand würde sie mögen. Dabei war sie eigentlich echt nett. Doch sie wurde niemals zum gemeinsamen Mittagessen oder so eingeladen und stinkt wahrscheinlich  noch immer. Wenn man es genau nimmt, könnte sie vermutlich seit Jahren eine glückliche Beziehung führen, wenn ihr irgendjemand mal was gesagt hätte. Mit irgendjemand meine ich nicht mich! Ich bin leider sehr undiplomatisch, was das Problem des darauf ansprechens bei mir zusätzlich verschlimmert. Ich kann jemandem nicht nett verpackt sagen, dass er stinkt. Oder Scheiße aussieht.

Deshalb habe ich mir folgendes überlegt: ich mache es wie bei den Kindern. Ich spreche das Negative/das Fehlverhalten an, bestärke dann jedoch postiv, sodass das Gesagte weniger schlimm erscheint und das Postive ein Glücksgefühl hervorruft. So steht es jedenfalls im Erziehungsratgeber. Beispiel: Schade, dass du es heute nicht geschafft hast dein Zimmer aufzuräumen. Aber toll, dass du so schön mit deiner Schwester gespielt hast und mir beim Tisch decken geholfen hast.

Ich finde das klingt absolut plausibel. So werde ich ab sofort unangenehme Wahrheiten ansprechen. Ab Morgen. Oder übermorgen. Oder vielleicht am…….

 

 

Cynthia Barcomi kann mich mal!

Meine liebe Freundin Lisa kann hervorragende Cookies backen. So lecker, dass ich schon seit geraumer Zeit versuche sie nachzubacken. Leider erfolglos. Meine Cookies sehen immer aus wie Kuhfladen. Wie ich heute allerdings erfahren habe, liegt es an meiner Art zu backen. Denn laut dem Cookie-Backbuch muss man sich EXAKT an die Mengenangaben, Arbeitsschritte und Termperaturangaben halten. Ernsthaft jetzt? Wer macht das? Ich bin eher so der Pi mal Daumen-Typ. Wenn da steht 265 g Mehl kann es sein, dass ich nur 250 g zugebe oder möglicherweise auch 280 g. Oder solche Angaben wie 1,5 EL Vanillezucker. Gibt es wirklich Menschen, die 1,5 EL abmessen? Ich schütte ein Tütchen Vanillezucker rein und fertig. Wenn ich keine Lust habe, trenne ich nicht mal die Eier. Es kommt doch am Ende sowieso wieder alles zusammen. Und die Butter füge ich so bei, wie ich gerade lustig bin. Wenn ich daran denke sie rechtzeitig rauszunehmen, ist sie weich. Wenn ich ungeplant backe und sie frisch aus dem Kühlschrank hole, ist sie kalt. Und manchmal muss ich die Butter auch erstmal in der Mikorwelle auftauen. Dann ist sie eben flüssig –  so what!

Wenn man genauer darüber nachdenkt, kann man glaube ich von der Art zu backen auf den Typ Mensch schließen. Wie fährt zum Beispiel jemand Auto, der sich genaustens an Temperaturangaben von Butter hält? Das sind doch vermutlich die selben Menschen, die Gebrauchsanweisungen lesen und ihre Geldscheine im Portemonnaie nach Größe sortieren. Das hat doch echt was von Korinthenkackerei wenn man so hundertprozentig genau und stets korrekt ist. Ich denke dann beispielsweise sofort Barty Crouch aus Harry Potter und der Feuerkelch.
Und sind wir mal ehrlich: wer mag denn solche Leute? Ich hatte früher einen Arbeitskollegen, der exakt so war. Er hat mich mal gefragt, ob ich für das Duftspray, dass ich auf den Wunsch anderer Kollegen für die Herrentoilette im örtlichen Drogeriemarkt besorgt hatte, eine Genehmigung für Gift- und Gefahrenstoffe bei der Unternehmenssicherheit eingeholt hätte? Ähmm……

Je länger ich darüber nachdenke, deto unsympatischer wird mir die Verfasserin besagten Cookie-Backbuches. Und ich glaube, ich lasse es einfach. Ich kenne meine Grenzen. Ich backe weiter wie gewohnt meine stinknormalen Pi mal Daumen Plätzchen. Die verzeihen mir die falsch temperierte Butter und sehen später trotzdem appetitlich aus.

Ernsthaft jetzt?

Liebe Männer, liebe Werbeindustrie,

ich war heute mit Charlies Sohn im Kino und dort lief dieser Werbespot: https://www.youtu.be/5iFyIdtG8Vo

Ich bin leider noch nicht mal halb so feministisch wie ich gerne wäre. Ich frage mich seit Stunden, was die Macher dieses Werbespots mir sagen wollen? Männer sind die besseren Mütter? Oder dass es  Frauen gibt, deren Männer so toll sind, dass sie sich sogar um die Kinder kümmern können? Alleine?  Wow! Tolle Leistung, lieber Mann. Aber ganz so toll dann doch wieder nicht. Denn wie man dem Werbespot entnehmen kann, kann der Mann sich nicht selbständig daran erinnern wann er den Beißring (wer zum Teufel hat überhaupt die Theorie aufgestellt, dass diese Dinger auch nur das winzigste Bisschen bewirken?) wo hingelegt hat. Auch eine Verabredung kann der Mann offenbar nicht alleine treffen oder einhalten, sondern benötig dafür die Hilfe UND die Erinnerung seiner Frau. Wenigstens das ist realistisch. Denn exakt so läuft das Mutter-Vater-Frau-Mann-Ding. Die Frau kümmert sich um jeden, wirklich JEDEN Scheiß. Und der Mann wird dafür gefeiert. Ich kotze im Strahl.

Charlies Sohn und ich haben für unsere Familie aus unterschiedlichen Gründen eine sehr konservative Rollenverteilung gewählt. Er arbeitet, ich bin Zuhause. Seit 13 Jahren. So gesehen habe ich es leichter als viele andere Frauen. Denn im Gegensatz zu mir arbeiten die meisten meiner Freundinnen und Bekannten. Und sie haben trotzdem die gleiche Rollenverteilung. Zusätzlich zu ihrem Job kümmern sich die Frauen um alles was Kinder, Haushalt und Sozialleben betrifft. Und selbst wenn, ich schreibe es nochmal ganz deutlich: SELBST WENN! der Mann sich um irgendetwas die Kinder betreffend, den Haushalt oder sonst irgendeinenen Mist kümmert, der nichts mit seinen persönlichen Interessen oder seinem Job zu tun hat, kann man in 99,9% aller Fälle davon ausgehen, dass seine Frau (oder meinetwegen auch Alexa) ihn daran erinnert.

In meinem Umfeld gibt es einige beruflich erfolgreiche Männer. Sie arbeiten, gehen ihren Hobbys nach, haben ein Haus sowie Frau und Kinder. Sie verdienen überdurchschnittlich viel Geld, fahren regelmäßig in Urlaub und besuchen sonntags ihre Eltern.
Sämtliche Frauen die ich kenne tun das Gleiche! Doch zusätzlich wissen sie  außerdem was ihre Kinder gerne essen, welche Hosen welches Kind gerne trägt und welche Jacke es nicht ausstehen kann, weil der Reißverschluss am Hals piekt. Sie kennen die Freunde, Erzieher und Lehrer ihrer Kinder namentlich und nicht nur als die Blonde oder die Dingsbums. Sie wissen wo die Freunde ihrer Kinder wohnen und welches Kind an welchem Tag wo hingefahren oder abgeholt werden muss. Sie kennen die Lieblingslieder jedes Kindes auswendig und verwechseln niemals die Brotdosen. Sie können selbstständig und unaufgefordert den Wetterbericht lesen und so herausfinden, ob morgen Regenjacken oder Sonnenhüte benötigt werden. Sie wissen wo die Winterschuhe, die Gummistiefel und die Sandalen stehen. Nämlich, und das wird euch jetzt vielleicht überraschen liebe Männer, alle im Schuhschrank. Ich könnte noch ewig so weitermachen –  denn fest steht: Frauen brauchen keine Alexa-Echo-Sonstwas-Dinger, die sie daran erinnern, dass sie vielleicht nicht das stärkere, aber das deutlich leistungsfähigere Geschlecht sind.

Warum ich mich überhaupt so aufrege? Obwohl es in Millionen von Familien genauso und nicht anders abläuft, kommt kein Mensch und sagt: „XY liebt dich und du machst das großartig.“ Noch nicht mal ein verf***ter Lautsprecher! Wobei das zugegebener Maßen an der Grundproblematik auch nichts ändern würde. Ich habe schon lange die Theorie, dass Frauen durch die Geburt eines jeden Kindes zusätzliche Gehirnkapazität bekommen. Ansonsten scheint es mir nicht erklärbar, dass Mütter noch vor dem ersten Kaffee daran denken, dass Kind 1 heute die Sporttasche und Kind 2 einen Eierkarton mit zur Schule nehmen muss. Ein Mann jedoch sogar die Bierflasche im Gefrierfach vergisst, die er erst 10 Minuten zuvor dort hineingelegt hat.

 

 

 

 

 

 

Kinder sind ein Geschenk….

…. und sie geben dir so viel zurück! Das meine ich ganz Ernst. Vor allem viele Dinge, die du gar nicht erwartet hättest. Sehr viel Schmutzwäsche zum Beispiel. Oder kleine Legosteine, die überall herumliegen und sich in deine nackten Fußsohlen bohren, wenn du ihnen noch einen Gutenachtkuß auf die Stirn hauchen möchtest bevor du ins Bett gehst. Manchmal überraschen sie dich auch mit den verrücktesten Kunstwerken. Auf dem Dielenboden oder deiner Wohnzimmerwand. Gerne auch auf ihren eigenen Körpern. So kam Kind 2, die am letzten Samstag 3 Liter Milch bei Edeka kaufen sollte, nach ca. einer Stunde zurück und hatte ein wunderschönes, sehr großes, schwarzes Delfin-Tatoo auf ihrem Unterarm für das sie 45 Minuten am Event-Stand anstehen musste. Das wiederum führte dazu, dass wir deutlich später als geplant zu unserem Einkaufsbummel starten konnten.

Da Charlies Sohn gerne gezielt einkauft, sind wir nicht durch die Stadt gebummelt sondern in das hundert Kilometer entfernte Outlet gefahren. Kind 1, 2, und 3 haben extra ihr Taschengeld mitgenommen um sich Turnschuhe zu kaufen. Unerfahrene Eltern könnten nun denken „Hä? Ist doch egal ob Outlet oder Stadt. Man kann doch auch durch ein Outlet bummeln.“
Aber nein! Weit gefehlt. Nachdem  wir einen Parkplatz gefunden haben und uns auf den Weg in Richtung der Läden begeben, gehen wir natürlich nicht in das Strumpf-Geschäft, welches direkt gegenüber dem Eingang liegt und in dem ich gerne die dringend benötigten Skisstrümpfe besorgen würde. Nein, wir laufen mehrere Stunden kreuz und quer über das Gelände in sämtliche Outdoor-Läden, wo Charlies Sohn sich durch das Jacken-Sortiment probiert. Während er probiert, versuche ich die Kinder davon abzuhalten sich alleine auf den Weg in die beiden namhaften Sportschuhgeschäfte zu machen. Besonders Kind 1 macht heute extremen Stress. Er hat Sorge, dass die Turnschuhe, die er sich von seinem Ersparten kaufen möchte, in seiner Größe nicht mehr vorrätig sind wenn wir noch mehr Zeit vertrödeln. Im vierten Outdoor-Laden halte ich es nicht mehr aus und erlaube ihm schon mal vorzugehen. Kind 2 wird nicht müde mich zu fragen ob ich glaube, dass sie heute endlich mal Turnschuhe finden wird. Oder eher doch nicht? Ich wiederum erkläre ihr zum 341. Mal, dass es die meisten Turnschuhe erst ab Größe 36 gibt und es somit wohl noch einige Jahre dauert bis sie ihr gesamtes Taschengeld dafür verpulvern kann. Unterbrochen werden die Fragerei und die Erklärungen von den sechs Anrufen durch Kind 1, der mir beim ersten Anruf mitteilt, dass genug Schuhe in seiner Größe da sind. Beim zweiten Anruf will er wissen wie lange wir noch brauchen. Beim dritten, ob ich olivgrün oder goldbraun schöner fände. Beim vierten, dass er sich für schwarz entschieden hat. Beim fünften fragt er erneut wie lange wir noch brauchen und beim sechsten Anruf informiert er mich darüber, dass er jetzt nochmal zurück kommt um uns abzuholen.

Am Ende des Tages haben alle Kinder neue Turnschuhe und Charlies Sohn die Hände voller Einkaufstüten gefüllt mit Funktionskleidung aller Art. Sie sind erschöpft und wollen nun nach Hause fahren. Ich ernte genervtes Augengrollen untermalt von lautem Stöhnen, als ich mir einen kurzen Besuch im Wäscheladen erbitte. Von den Strümpfen traue ich mich nicht mehr zu sprechen. Ich kaufe im Schweinsgalopp ein, während Charlies Sohn und die Kinder im Auto warten.

Familienzeit ist so kostbar…..

 

Das Urlaubsmotto

Noch zehn Tage. Dann sind die Sommerferien 2018 für uns vorbei. Ich weiß nicht wie das in anderen Familien läuft, aber bei uns findet fast völlig  unbewusst eine Art Ritual statt. Schon am Ende der Osterferien zählen wir zum ersten Mal die Wochen, die es noch bis zu den Sommerferien dauert. Und dann nochmal um Pfingsten rum. Und wenn sich dann die Abschlußfeste in Kindergarten, Schulen, Firma und diversen Vereinen häufen, sind die lange herbeigesehnten Ferien nicht mehr weit. Das merkt man dann auch an dem ganzen Vor-Ferien-Stress. Denn für sämtliche Feste wird ein Kuchen und/oder Salat erwartet, mindestens ein Familienmitglied muss sich zum Standdienst eintragen und es ist wirklich nur purer Zufall, wenn nicht gleich mehrere dieser Feste auf das selbe Wochenende oder gar den selben Tag fallen. Bei drei Kindern kann man durchaus an seine logistischen Grenzen stoßen…..

Und irgendwann ist der dann da – der letzte Schultag. Inzwischen hat sich in unserem Freundeskreis die wundervolle Tradition entwickelt selbigen mit kindgerechtem Abendessen und nicht unerheblichen Mengen an Alkohol (für die Eltern) zu feiern. Aber spätestens am nächsten Tag geht er auch schon weiter. Der Streß. Aus Vor-Ferien-Streß wird Wasch- und Pack-Streß. Meistens darf ich den alleine genießen, da Charlies Sohn gerne schon an seinem letzten Arbeitstag abends noch losfährt. Und seine Klamotten sind ja schließlich auch schnell gepackt. Da braucht er, laut eigener Aussage, höchstens 5 Minuten.

Im Urlaubsort angelangt setzt dann meistens umgehend die Entspannung ein. Und je nachdem wo man sich befindet oder wie gut, bzw. schlecht ausgestattet der Campingplatz ist, kommt dann auch bald die Langeweile. Ich bin ja davon überzeugt, dass den meisten Mitgliedern meiner Familie einfach bloß die Umstellung vom Vor-Ferien-Streß auf Urlaubsmodus schwerfällt. Sie sind mit der Menge der zur Verfügung stehenden Freizeit einfach kurzfristig überfordert. Das wiederum führt zu unüberlegten Übersprungshandlungen, welche sich nicht selten durch den ganzen Urlaub ziehen. Das Urlaubsmotto. Bisher stand jeder Urlaub unter einem eigenen Motto. Baumarkt. Wir hatten mal das Urlaubsmotto Baumarkt. Es begann mit einer Reparatur des Miet-Wohnmobils. Irgendein supermegawichtiges Teil tief im Inneren des Motorraums ging kaputt und wir mussten eine Werkstatt aufsuchen. Die mehrstündige Wartezeit überbrückten wir mangels Alternativen mit einem Bummel im gegenüberliegenden Baumarkt. Und das war der Auftakt für das Urlaubsmotto 2004. Von da an haben wir sämtliche Baumärkte Kanadas aufgesucht.
2010 hieß das Urlaubsmotto Pops. Eine Eissorte, die aus ca. 20 kleinen Vanilleeiswürfeln in einer Schokoladenhülle besteht. Eigentlich haben wir die am ersten Tag nur gekauft, weil das damals zehn Monate alte Kind 2 die besser essen konnte als die restlichen zur Verfügung stehenden Eissorten der örtlichen Strandbude. Und schwupp: kein Tag mehr ohne Pops.
Auch Waschen war mal ein Urlaubsmotto. Das ist ebenfalls schon einige Jahre her und es war noch nicht soooo üblich, dass es in nahezu jedem Ferienhaus eine Waschmaschine gab. Also war ich ganz beseelt von dem Gedanken mit komplett frisch gewaschener Wäsche nach Hause zu fahren. Das Ganze gipfelte darin, dass ich am Abreisetag bereits in aller Herrgottsfrühe schon die Betten abgezogen habe um selbst die Bettwäsche in schrankfertigem Zustand zurück zu transportieren.

Das diesjährige Motto war Decathlon. Eine französische Ladenkette für Sportartikel, in der wir eigentlich nur Neoprenanzüge kaufen wollten, weil ich es Zuhause nicht mehr geschafft hatte welche zu besorgen (Wie auch? Ich war ja mit Vor-Ferien-Streß und Pack-Streß beschäftigt). Und da rechnest du schon mit lautstarkem Protest der Kinder, weil wir erst noch ein Sportgeschäft aufsuchen müssen bevor es zum Strand geht. Aber nein – du betrittst den Laden und Zack! Direkt am allerersten Urlaubstag ist das Motto für 2018 gefunden. Denn obwohl wir bereits beim ersten Besuch am ersten Tag alles gefunden und gekauft haben, was wir für einen Urlaub an der niederländischen Nordsee benötigten, war wir noch drei weiter Male dort. Und wir sind JEDES MAL mit vollgepackten Tüten aus dem Laden.

Ich persönlich halte ja beipielsweise Gourmetrestaurants, Kultur oder dergleichen für ein erstrebenswertes Urlaubsmotto. Aber wie man an meinen Beipielen sieht: das Urlaubsmotto ist nicht planbar. Es findet dich. Immer. Überall. Und zwar genau dann, wenn du es am wenigsten erwartest.

Ich komme gleich…..

„Ich komme gleich“ – es gibt nur wenige Sätze, die ich öfter sage. Gerne auch in leicht abgewandelten Varianten wie „Moment noch“, „Jetzt nicht“, „Später“, „Ich kann gerade nicht“ oder „Warte kurz“. Und ich behaupte mal die allermeisten Eltern auf der Welt wissen, dass dieser Satz fatale Folgen haben kann.
Beispielsweise dann, wenn das Kind etwas zu trinken möchte. Sagt man nämlich in einer solchen Situation „Warte kurz, ich schänke dir gleich etwas ein“, kann es passieren, dass das Kind versteht „Nein, ich hab keinen Bock. Mach es selber“ und eben deshalb nicht wartet und sich sein Getränk selbst einschänkt. Nicht selten geht das schief. Besonders blöd ist es, wenn es sich nicht um Wasser, sondern um Milch oder irgendein zuckerhaltiges Getränk handelt. Denn das bedeutet meistens, dass der Fußboden gewischt werden muss. Denkt man also genauer darüber nach, würde man kostbare Zeit sparen, wenn man dem Wunsch des Kindes  unmittelbar entsprochen hätte und nicht versucht hätte, den Wunsch nach einem Getränk um zwei Minuten zu verschieben.
Genauso dämlich ist es beim Frühstück zu erwähnen, dass wir HEUTE NACHMITTAG VIELLEICHT schwimmen gehen. Eine Spezalität von Charlies Sohn! Obwohl er nach fast zwölf Jahren in seiner Rolle als Vater  wissen müsste, dass die Kinder spätestens beim Wort Schwimmen das Vielleicht schon längst wieder vergessen haben. Mal abgesehen davon, dass Kinder – wie man in einschlägiger Fachliteratur nachlesen kann – bis zu ihrem neunten Lebenjahr überhaupt kein Zeitgefühl haben. In unserem Haushalt lebt also nur ein einziges Kind, das eine ungefähre Vorstellung davon hat, wann heute Nachmittag ist. Und ich bin nicht hundertprozentig sicher, ob er die Bedeutung des Wortes vielleicht kennt. Am frühen morgen gleich zwei Fehler in einem Satz und der Tag ist gelaufen. Wenn du nämlich zwischen 10:00 Uhr und 15:00 Uhr etwa 374 Mal „später“ gesagt hast, hast du die Lust auf Schwimmbad gänzlich verloren. Aber erklär‘ das mal den Kindern. Da rettet es dich auch nicht, dass du „vielleicht“ gesagt hast.

Ein weiters Beispiel für mütterliche Inkompetenz ist, wie ich heute feststellen durfte, die Kombination von „Ich komme gleich“ und Nagellack. Kind3 möchte sich heute die Nägel neu lakieren, da ihrer Meinung nach der blaue Nagellack viel besser zu ihrem korallefarbenen Kleid passt, als der rosa Nagellack. Ich sage ihr also, dass wir das später gerne machen können. Natürlich in der Hoffnung, dass sie es einfach vergisst. Weit gefehlt. Als ich unser Frühstück vorbereite kommt sie mit einem Wattepad und dem Nagellackentferner in die Küche. Da ich ja inzwischen weiß, wie man Lebenszeit sinnvoll einsetzt und keine Lust auf eine Nagellackentfernerüberschwemmung auf dem Eichentisch oder dem Dielenboden habe, mache ich das lieber fix.
Da sie ihre Nägel während des Frühstücks nicht mehr erwähnt, gehe ich idiotischerweise davon aus, dass sie es tatsächlich vergessen hat. Ein Fehler, wie sich bald herausstellt. Denn als sie mich eine halbe Stunde später im Keller, wo ich die Wäsche sortiere, aufsucht sagt sie: du bist nicht gekommt. Ich hab mir die Nägel alleine gemacht.
Der laute Knall, der um 11:09 Uhr mitteleuropäischer Winterzeit in ganz Deutschland zu hören war, war der Stein, der mir vom Herzen fiel, als ich feststellte dass mein (offensichtlich hochbegabtes) Kind eine Unterlage auf den weißen Hochglanz-Waschtisch gelegt hat, bevor sie mit ihrer Arbeit begann.

Ich wünsche mir…..

 

Endlich ist es so weit. Weihnachten. Der 24. Dezember. Heiligabend. So viele Wochen sehnt man sich diesem Tag entgegen, der selbst für Erwachsene seinen Zauber nicht verliert. Alle Türchen sind geöffnet, alle Päckchen gepackt, alle Kerzen angezündet, alle Plätzchen gegessen und man kann es kaum erwarten singend um den Baum zu sitzen während Aufregung und Freude die Augen aller zum funkeln bringen.
Manchmal sieht man sogar schon seinen eigenen Namen auf einem der vielen Geschenke stehen und fragt sich: ist da auch wirklich das drin, was ich mir gewünscht habe?
Ich bin beispielsweise sehr schlecht zu beschenken. Denn ich hasse Überraschungen. Genauer gesagt hasse ich Überraschungen, die mir nicht gefallen. Ich sage lieber ganz genau was ich mir wünsche, um jeglichen Missverständissen vorzubeugen und Enttäuschungen zu vermeiden.

Ich wünsche mir….

… weiße Weihnachten
… dass ich dieses Jahr noch Zeit finde mein Buch zu Ende zu lesen.
… dass meine Kinder endlich lernen ihre Jacken aufzuhängen und nicht an Ort und Stelle auf die Erde fallen zu lassen, wenn sie nach Hause kommen.
… dass sämtliche Mitglieder meiner Familie zukünftig das Klopapier nachfüllen und die leere Rolle in den Mülleimer werfen, statt immer nur auf die Fensterbank zu stellen.
… dass man einen Grund findet, die AfD für verfassungswidrig zu erklären.
… den  Hamburger Tatort mit Cenk Batu zurück.
… dass Kind 2 das Subtrahieren lernt.
… dass Charlies Sohn begreift, dass man mehrere Bierflaschen gleichzeitig und vor allem frühzeitig in den Kühlschrank stellen kann und nicht jede Flasche einzeln allabendlich ins Gefrierfach legen muss, wo selbige dann in regelmäßigen Abständen platzt, weil Charlies Sohn auf dem Sofa eingeschlafen ist.
… dass meine Mama öfter Kohlrouladen macht.
… dass die Frage ob man Hausaufgaben machen oder sein Zimmer aufräumen muss, nicht jedes Mal in endlosen Diskussionen endet.
… (wo wir schon gerade dabei sind) die Abschaffung von Hausaufgaben.
… eine neue Staffel von „Die Brücke“.
… dass endlich jemand eine Diät erfindet, in der man sich hauptsächlich von Butterbrot und Nudeln in allen Varianten ernähren kann.
… dass Charlies Sohn endlich seine Pflegeversicherung kündigt, die er seit 2009 nicht mehr benötigt.
…dass Kind 3 endlich bereit ist ohne Schnuller zu leben.
… dass Nora Tschirner mit mir einen Kaffee trinken geht.
… dass ganz viele Menschen meinen Blog lesen.

Das nicht alle Wünsche erfüllt werden ist eh klar. Schließlich habe ich in den letzten Wochen unermüdlich versucht die Kinder darauf vorzubereiten, dass das Christkind eher keinen Hund, kein Kanninchen und auch keine Virtual Reality Headset Brille mit Bluetooth bringen wird.

Deshalb bin ich nun umso gespannter was sich in meinem Päckchen befindet…

Frohe Weihnachten!

Patchwork im Himmel

Die Tage werden kürzer, die ersten Plätzchen sind gebacken und heute wurde die erste Kerze angezündet. Zeit innezuhalten, in sich zu gehen und seinen Gedanken nachzuhängen. Auch für Kind 2.

Kind 2: Mama gell, Josef ist Gott.
Ich: Hä? Nee. Gott ist Gott und Josef ist Josef.
Kind 2: Aber Josef ist doch der Vater von Jesus.
Ich: Ja. Genau.
Kind 2: Und Jesus ist doch Gottes Sohn….
Ich: Ääähhh… Ja. Stimmt.
Kind 2: Also ist Josef Gott.
Ich: Nein. Das ist in diesem speziellen Fall etwas anders.
Kind 2: Wieso?
Ich: Also, ähm… Jesus ist Gottes Sohn. Und Maria und Josef sind die Eltern von Jesus. Und Gott ist der Vater von Jesus, genauso wie er der Vater von allen Menschen ist.
Kind 2: Hä? Das verstehe ich nicht.
Ich: Das ist auch wirklich schwierig zu verstehen und auch nicht leicht zu erklären.

Etwa zehn Minuten vergehen und ich bin total stolz über meine geniale Erklärung zu den verwirrenden Familienverhältnissen von Gott, Jesus, Maria und Josef als Kind 2 erneut zu mir kommt. Man sieht ihr förmlich an, dass ihr ein Licht aufgegangen ist als sie sagt: Jetzt hab ich’s verstanden, Mama! Gell, Maria und Gott haben sich getrennt.

Der Weihnachtskalender

Wer kennt ihn nicht? Den Weihnachtsstress. Ich nehme mir ja jedes Jahr auf’s Neue vor mich nicht stressen zu lassen. Mich schon früher im Jahr gut vorzubereiten und vorrausschauend zu planen. Klappt nicht. Nie. Es endet immer in einer Vollkatasrophe. Und bis Freitag muss ich diese verdammten Adventskalender in dreifacher Ausführung fertig haben. Und wie bereits in den Jahren zuvor,  stehe ich auch 2017 vor der Frage: was tue ich da rein? Nur Süßes geht ja wohl schlecht. Das wäre  1. nicht pädagogisch wertvoll, 2. schlecht für die Zähne und 3. viel zu einfach.
Also verbringe ich unzählige Stunden damit das world wide web, diverse Spielzeugläden und den örtlichen Drogeriemarkt zu durchforsten. Mit dem Ergebnis, dass die Dinge entweder zu groß, zu teuer oder einfach nur doof sind. Am Ende habe ich einen Berg voller Tinnef: Radiergummis, Malseife, Haarspangen, Knet, Zauberstifte, Theaterkarten, zahnfreundliches Kaugummi, Brause, Glitzerkleber, Fidget Spinner, Mini-Taschenlampe, et cetera pp.
Einerseits freue ich mich wahnsinnig, dass ich für jedes Säckchen eine Füllung gefunden habe. Andererseits weiß ich jetzt schon, dass die Begeisterung darüber maximal 20 Minuten andauern wird. Danach werden der Glitzerkleber und die Knete in einer Ecke vertrockenen und die Radiergummis finde ich vermutlich in drei bis vier Tagen zerschnitten auf dem Fußboden unter den Schreibtischen. Der Fidget Spinner wird vermutlich nach etwa 30 Minuten von Kind 1 auseinandergebaut werden. Eine Eigenart, die Kind 1 laut Aussage von Charlies Frau von seinem Vater, Charlies Sohn, geerbt hat. Er hat nie Spielzeugautos mit Rädern besessen. Nur Einzelteile. Genauso mit Playmobil. Da hatten wir immer nur Figuren ohne Haare.
So harre ich der Dinge die da kommen und hänge bei weihnachtlichem Gedudel von der Tchibo-Kinder-Weihnachts-CD aus dem vergangen Jahr die Adventskalender in Form von kleinen Säckchen in den Kinderzimmern auf. Als Kind 2 aus der Schule kommt und im Kinderzimmer den diesjährigen Kalender entdeckt, erwarte ich überschwängliche Freude und strahlende Kinderaugen. Weit gefehlt. Stattdessen fragt sie: Mama, wann kriegen wir eigentlich endlich mal einen gekauften Adventskalender?

Memo an mich: 2018 plane ich von dem gesparten Adventskalender-Befüllungs-Geld ein Wellness-Wochenende mit einer Person meiner Wahl und kaufe am 30.11. einfach drei nicht pädagoisch wertvolle, gesundheitsschädliche, einfallslose Schoki-Kalender.