Warum ich sonntags keine Kinderzimmer mehr aufräume

Was tun an verregneten Sonntagen? Ein lieber Freund hat in seinem Blog mal alle möglichen Aktivitäten aufgelistet, die er im Laufe seiner Vaterschaft zusammen getragen hat. Einige davon habe ich gerne übernommen. Unter anderem war dabei: Kinderzimmer auf- und umräumen. Ist viel Arbeit, aber die gesamte Familie sei den kompletten Tag beschäftigt. Soweit der Plan.

Wie sich bald herausstellt, ist das Ganze nervenaufreibender als zunächst angenommen. Bei jeder Schublade, die ich öffne, will ich am liebsten den gesamten Inhalt in den bereitgestellten Müllsack kippen. Ursprünglich waren die Schubladen thematisch sortiert: Lego, playmobil, Autos, Barbie, Knete, Bastelzeug, usw.
Heute befindet sich darin zwar immer noch wahlweise Lego, Knete oder Barbie. Jedoch vermischt mit playmobil, anderem Lego (ausschließlich Kleinteile, von denen niemand mehr weiß, wozu sie gehören), Bügelperlen, Loom Gummis, Haarklämmerchen (vor nicht allzu langer Zeit habe ich mich im Kindergarten beschwert, dass uns ständig Haarklammern abhanden kommen und diese nur im Kindergarten verschwunden sein können ?), zerschnittene Radiergummis (warum in aller Welt zerschneiden meine Kinder Radiergummis?), diverse Stifte, ein USB Stick (mit den Fotos für den Weihnachtskalender, den ich tagelang gesucht habe und kurz vor knapp neu zusammen stellen musste ?), den Gummistopfen von der Spardose (die wir längst entsorgt haben, weil der Gummistopfen unauffindbar und die Spardose somit nicht nutzbar war), 2 Hände voll Spielsteine und Puzzleteile (wir konnten etwa 6 Gesellschaftsspiele wieder vervollständigen, ebenso mehrere Puzzle), 5 Schnuller von Kind 3 (ab sofort werde ich bei der abendlichen Schnullersuche zuerst einen Blick in die Spielzeugschublade werfen, bevor ich erst 30 Minuten das Haus durchsuche, um am Ende doch den Notfallschnuller aus meiner Handtasche zu holen), den längst verloren geglaubten Ersatzschlüssel vom Dachträger (Schade nur, dass wir inzwischen kein Auto mehr besitzen auf welches der Träger drauf passt), 8 einzelne, schmutzige Socken (für deren Verlust ich bisher die Waschmaschine verantwortlich gemacht habe), 7 Bastelscheren (wo sich Kind 2 doch gerade erst eine zum Geburtstag gewünscht hat, weil wir angeblich keine besitzen), die Kordel vom Bademantel (die wir seit ca. 6 Monaten suchen) und so weiter und so fort.

Im Nachhinein kann ich sagen: Kinderzimmer auf- und umräumen eignet sich definitiv NICHT für einen entspannten, verregneten Sonntag. Was vorrangig dem Umstand geschuldet ist, dass die Eltern von Schublade zu Schublade ärgerlicher werden. Die Mitarbeit der Kinder, die wir anfänglich noch mit der Aussicht „dann habt ihr heute Abend ein neues Zimmer“ motivieren konnten, lässt bereits bei der 2. Schublade stark zu wünschen übrig. Nicht zuletzt, weil die leidigen Diskussionen darüber, ob „mein allerliebstes Lieblingsspielzeug von Mc Donald, das ich schon soooo lange gesucht habe“ entsorgt werden kann oder nicht, in ohrenbetäubendem Geschrei endet.

Memo an mich:
1. sämtliche Geschenke von Verwandten und Freunden an die Kinder, dürfen von selbigen nur dann angenommen werden, wenn der oder die Schenker sich 2x jährlich an der Kinderzimmer-Aufräum-Aktion beteiligen.
2. Marco sagen, dass er sich seine Tipps für verregnete Sonntage in die Haare schmieren kann!

Warum ist Ostern eigentlich nicht im August?

Charlies Sohn: Oooohhhhh, ich brauch‘ echt Urlaub. Wann fahren wir gleich wieder weg?
Ich: Ende März.
Charlies Sohn: Hä? Das geht nicht. Da ist Fiskaljahresende.
Ich: Ja. Und Osterferien.
Charlies Sohn: Wann sind die denn?
Ich: Letzte Märzwoche und erste Aprilwoche.
Charlies Sohn: Das fällt jetzt aber schon doof….
Ich: Das liegt aber in der Natur der Sache. Ostern ist IMMER im März oder im April. Dir war doch klar, dass dieses Problem auf uns zukommt, sobald wir schulpflichtige Kinder haben.
Charlies Sohn: Zwei bis drei Wochen später wäre trotzdem besser.
Ich: OK! Dann haben wir genau 2 Möglichkeiten: entweder wir stellen einen Antrag um Ostern künftig auf einen Termin weit nach dem Fiskaljahreswechsel zu verlegen. Oder du erklärst deinem Chef ein für alle Mal, dass wir bei unserer Urlaubsplanung leider an die Schulferien gebunden sind.
Charlies Sohn: Haha…du bist ja wieder wahnsinnig witzig.
Ich: Wieso? Dein Chef wird doch wohl mal eine Woche ohne dich auskommen.
Charlies Sohn: Ja schon. Aber der ist ja über Ostern im Urlaub…
Ich: ???

Sollte also ein weltweit agierendes Telekommunikationsunternehmen
während der Osterferien seinen Betrieb einstellen, liegt es daran, dass wir im Urlaub sind…

Warum Kinderspielecken in Restaurants mein persönliches Armageddon sind

Familienausflugstag im Herbsturlaub: wir fuhren mit der Seilbahn zur Bergstation. Weil Kind 1 und 2 mit dem Papa unbedingt noch bis zum Gipfel hinauf wollen, schlage ich die Wartezeit mit Kind 3 im Panorama-Restaurant tot. Mit anfänglichem Entzücken stelle ich fest, dass es eine Kinderspielecke gibt. Ich suche mir also einen Platz in der Nähe, befreie Kind 3 von sämtlichen Kleidungsschichten und begleite sie zur Spielecke. Am Nebentisch sitzt eine Frau mit ihrer Mutter und zwei Kindern, die, wie ich augenblicklich vernehme, beide sehr vielversprechende Vornamen tragen: Tassilo und Aurelia. Mehr Erklärung braucht es hier wohl nicht……
Tassilo ist schätzungsweise 4 Jahre alt und spielt bereits in der Spielecke, als Kind 3 dazu kommt. Allen Hindernissen zum Trotz stürzt sie sich sofort auf die einzige Babypuppe. Dummerweise hat Tassilo diese gerade „zu Bett gebracht“ (sie liegt neben ihm auf der Erde). Er fängt sofort an zu heulen und die Mutter schaut mich vorwurfsvoll an.
Ich frage (ganz vorsichtig): ist das seine Puppe?
Die Mutter : nein, aber es ist natürlich NICHT schön, wenn IHR Kind hier angestürmt kommt und ihm SOFORT sein Spielzeug wegnimmt. Auch, wenn es NICHT sein eigenes ist!
Ich (denke): ah ja!
Ich versuche Kind 3 zu animieren sich ein anderes Spielzeug auszusuchen.
Die Mutter am Nachbartisch beginnt das ca. 2 jährige Mädchen zu stillen. Neben ihr stehen diverse Tupperschüsselchen mit Obst- und Gemüseschnitzen.
Statt sich auf den Berg restlichen Spielzeugs zu konzentrieren, rennt Kind 3 (gefühlt) alle paar Sekunden zum Nachbartisch und erbettelt sich etwas zu essen. Das ist mir so peinlich, dass ich ihr umgehend eigenes „Essen“ anbiete. Dummerweise hat, wie ich dann mit Entsetzen feststelle, Charlies Sohn das Portemonnaie mit zur Gipfelbesteigung genommen und ich habe weder Obst noch Gemüse dabei. Ich finde in meiner Tasche lediglich eine Packung Gummibärchen und 2 Traubenzucker vom letzten Apothekenbesuch. So ein Scheiß!!! Notgedrungen gebe ich ihr das, wobei mich die Nachbarmutter mit Argusaugen beobachtet.
Tassilo hat inzwischen angefangen eine Burg aus Bauklötzen zu errichten. Ein Bild, wie ich es nur aus diversen Spielzeugkatalogen kenne. In Echt habe ich so etwas noch nie gesehen. Kind 3 auch nicht! Deshalb rennt sie auch sofort los und stößt alle Bauklötze um. Tassilo fängt abermals an zu flennen. Die Blicke der Mutter sind vernichtend. Kind 3 ignoriert die Blicke und verlangt sich erneut einen Apfelschnitz. Die Mutter hat offensichtlich die Nase voll von Kind 3 und verweigert ihr das gesunde Obst. Stattdessen schickt sie sie zu mir. Da ich, wie bereits erwähnt, kein adäquates Essen mitführe, klaubt sich mein armes Kind die runtergefallen Pommes und sonstige Essensreste unter den umliegenden Tischen im Restaurant zusammen. Dann führt sie der Weg erneut zur Spielecke, wo Tassilo unter großem Geschluchze seine Burg wieder aufgebaut hat. Zum Schutz vor meinem 17 Monate alten Baby hat sich nun Tassilos Oma vor die Bauklötze gesetzt und breitet, als Kind 3 abermals angestürmt kommt, schützend die Arme vor der Burg aus. Kein Durchkommen für Kind 3.
Ich habe ich inzwischen im Rucksack von Kind 2 eine halb zermatschte Bananen gefunden und versuche Kind 3 damit von den Bauklötzen wegzulocken. Leider mag sie keine zermatschte Bananen und will zurück zur Spielecke.
Ich bezeichne es jetzt mal als großes Glück, dass es genau in diesem Moment notwendig wird, den Wickelraum aufzusuchen. So kann ich mich dieser absurden Situation geschickt entziehen. Als wir zurückkommen, ist Charlies Sohn mit Kind 1 und 2 zurück und die Mutter von Tassilo und Aurelia hilft ihren Kindern die Jacken anzuziehen. Sie sieht erleichtert aus, als sie checkt, dass die beiden anderen Kinder ebenfalls zu mir gehören…..

Warum ich Schuhe nur noch online kaufe

Heute habe ich beschossen, nie wieder ein Schuhgeschäft im Beisein ihrer Kinder zu betreten.

Scheinbar lösen Schuhe eine Art Pawlow’schen Reflex bei meinen Kindern aus, mich in große Verlegenheit zu stürzen.

Vor einiger Zeit, auf der Suche nach neuen Schuhen für Kind 1, waren wir in einem Schuhgeschäft. In der Kinderabteilung war eine weitere Familie. Die Mutter probierte – genau wie ich – mit dem älteren Kind Schuhe an, während der Vater mit dem Geschwisterkind, das im Kinderwagen saß, daneben wartete. Als ich also mit Kind 1 passende Schuhe suche, schlawänzelt Kind 2 ständig um den Vater mit dem Kinderwagen herum. Ich denke noch so: ach wie süß, will sie wohl nach dem Baby schauen. Plötzlich bricht es aus Kind 2 heraus: Mein Onkel hat auch so eine Glatze wie du!!!

Im Nachhinein betrachtet hätte es mir zu denken geben sollen.

Heute war ich mit den Kindern wieder mal im Schuhladen um Schuhe für mich zu finden. Während ich anprobiere testen die Kinder wie lange es dauert, den Laden mit dem Roller zu durchqueren. Nach einigen Ermahnungen bitte ich die Kinder sich auf einen Stuhl in meiner Nähe zu setzten. Plötzlich fragt
Kind 1: Mama, braucht man eigentlich auch einen Beruf um Mama zu werden?
Ich: Klar! Oder glaubst du jeder kann einfach so Mama werden?
Kind 1: Gell Mama, da muss man gut kochen können. Und staubsaugen und wischen und so….
Ich: Ach, das in deinen Augen also alles was ich kann?
Kind 1: Nä…. Man muss auch wahnsinnig gut schimpfen können!!!

Dem ist dann wohl nichts mehr hinzuzufügen. Das alles wohlgemerkt in einer Lautstärke, dass es wirklich JEDER, der sich in diesem Geschäft befand, hören konnte.